Wareneinsatz 28 Prozent. Steht so im Steuerberater-Report. Stimmt das wirklich?

Ich erinnere mich an einen Freitagabend, 22:30 Uhr, Kueche laeuft auf Volllast. Der Sous Chef kommt und sagt: "Wir haben keinen Lachs mehr." Nicht weil keiner bestellt wurde. Sondern weil niemand nachgezaehlt hat, wie viel vom Mittagsgeschaeft uebrig war.

Das ist keine Ausnahme. Das ist Alltag in der deutschen Gastronomie.

Laut Richtsatzsammlung des Bundesfinanzministeriums liegt der durchschnittliche Wareneinsatz in Gast- und Speisewirtschaften bei etwa 28 Prozent. Aber diese Zahl ist ein Durchschnitt, und Durchschnitte luegen. Wer seinen Wareneinsatz nicht in Echtzeit kennt, sondern erst am Monatsende beim Steuerberater erfaehrt, hat laengst Geld verloren. 2, 3, manchmal 5 Prozentpunkte. Bei einem Betrieb mit 50.000 Euro Monatsumsatz sind das 1.000 bis 2.500 Euro. Jeden Monat. Unsichtbar.

Genau hier setzt Warenwirtschaft an. Nicht als Luxus fuer Ketten. Sondern als Ueberlebenswerkzeug fuer jeden Betrieb, der seine Marge kennen will.

Aber welche Software ist die richtige? Der Markt ist unuebersichtlich. Kassenhersteller, die Warenwirtschaft draufschreiben. Spezialisierte Tools, die nur Inventur koennen. All-in-One-Plattformen, die alles versprechen. Ich habe mir die wichtigsten Anbieter angesehen: ehrlich, ohne Werbe-Sprech.


Was eine Warenwirtschaft in der Gastronomie leisten muss

Bevor wir ueber Software reden: Was braucht ein Gastronomiebetrieb wirklich?

Das Minimum:

Was den Unterschied macht:

Die meisten Betriebe arbeiten heute noch mit Excel, Zettel oder dem Bauchgefuehl vom Kuechenchef. Die Mehrheit der deutschen Gastronomiebetriebe nutzt noch keine spezialisierte Software fuer die Warenwirtschaft. Nicht weil sie es nicht brauchen. Sondern weil die bestehenden Loesungen entweder zu teuer, zu kompliziert oder zu weit weg vom Kuechenalltag sind.


Die Anbieter im Vergleich

01 / Gastronovi

Bremen, Deutschland All-in-One Cloud-Plattform ab 202 Euro/Monat

Kasse + Warenwirtschaft + Reservierung + Website + Personal aus einer Hand. Der deutsche Alleskoenner.

  • Echte All-in-One-Loesung aus Deutschland
  • GoBD- und TSE-konform
  • Solide Funktionstiefe Warenwirtschaft
  • Guter deutschsprachiger Support
  • Schnell teuer: ab 202 Euro/Monat
  • Warenwirtschaft nur mit Kassensystem buchbar
  • Komplexitaet, steile Lernkurve
  • Kein echter Closed Loop
Fuer wen: Mittlere bis grosse Betriebe, die eine deutsche Komplettloesung suchen und bereit sind, ihr ganzes System umzustellen.

02 / SIDES

Deutschland All-in-One, Fokus Delivery Preis auf Anfrage

All-in-One fuer Gastronomie mit Fokus auf Delivery und Filialverwaltung. Warenwirtschaft als Add-on.

  • Starke Delivery- und Webshop-Integration
  • Automatische MwSt-Anpassung (7%/19% ab 2026)
  • Filialverwaltung Multi-Location
  • Modernes Interface
  • Primaer auf Lieferdienste ausgelegt
  • Warenwirtschaft ist Add-on, nicht Kern
  • Keine oeffentlichen Preise
  • Rezepturverwaltung weniger tief
Fuer wen: Lieferdienste, Ghost Kitchens, Betriebe mit starkem Delivery-Anteil.

03 / FoodNotify

Wien, Oesterreich F&B Management Platform Preis auf Anfrage

Rezepte, Kalkulation, Bestellung, Inventur, Catering. Stark in Rezepturverwaltung und Food Costing.

  • Sehr stark in Rezepturverwaltung + Food Costing
  • Direkte Lieferantendaten (Preise, Allergene)
  • EU-LMIV konform
  • Schnittstellen zu POS und Buchhaltung
  • Kein eigenes Kassensystem
  • Keine oeffentlichen Preise
  • Fokus DACH, internationaler Support begrenzt
  • Kein Personal, keine Tischreservierung
Fuer wen: Betriebe mit anspruchsvoller Kueche, die Rezepturen und Wareneinsatz pro Gericht exakt kennen wollen. Hotels und Caterer.

04 / Apicbase

Belgien F&B Management, Enterprise ab ca. 500 Euro/Monat

Die tiefste Funktionalitaet am Markt fuer Back-of-House. 9 Module, SOC II zertifiziert, AI-gestuetzte Inventur.

  • Tiefste Funktionalitaet fuer Back-of-House
  • 9 Module: Menu Engineering, HACCP, Produktion...
  • SOC II Type 2 zertifiziert
  • Bilderkennung bei Inventur (AI)
  • Overkill fuer Einzelbetriebe
  • Kein eigenes POS
  • Vermutlich ab 500 Euro/Monat aufwaerts
  • Langer Onboarding-Aufwand
Fuer wen: Hotelketten, Franchise-Systeme, Cateringunternehmen mit 10 oder mehr Standorten.

05 / MarketMan

Israel/USA Inventur + Procurement ab ca. 200 USD/Monat

Restaurant Inventory und Procurement Management. Fokussiert auf das, was es gut kann: Inventur und Einkauf.

  • Fokussiert, tief in Inventur und Einkauf
  • Breite POS-Integrationen (Lightspeed, Toast...)
  • Gutes mobiles Interface
  • Dedizierter Onboarding-Manager
  • Support primaer Englisch
  • Nicht GoBD-konform out of the box
  • Keine EU-LMIV Allergenberechnung
  • In Deutschland wenig verbreitet
Fuer wen: International aufgestellte Betriebe, die eine reine Inventur- und Procurement-Loesung suchen.

06 / Orderbird

Berlin, Deutschland (Payone/Worldline) iPad-Kassensystem ab 83 Euro/Monat

Sehr beliebte iPad-Kasse. Keine eigene Warenwirtschaft. Fuer einfache Betriebe ausreichend, fuer Food-Cost-Kontrolle nicht geeignet.

  • Einfachstes Setup am Markt
  • Sehr beliebt bei Cafes und kleinen Bars
  • iPad-basiert, intuitive Bedienung
  • GoBD- und TSE-konform
  • Keine Warenwirtschaft
  • API-Integration nur in PRO
  • Fuer wachsende Betriebe zu begrenzt
  • Keine Rezepturverwaltung
Fuer wen: Cafes, Bars, Foodtrucks, die primaer eine einfache Kasse brauchen und auf Warenwirtschaft verzichten koennen.

07 / DISH (Metro AG)

Deutschland (Metro AG) Digitale Gastro-Plattform Preis auf Anfrage

Starkes Oekosystem aus Bestellung, Reservierung, Google-Profil, Website. Warenwirtschaft ist nicht der Fokus.

  • Starkes Oekosystem: alles aus einer Hand
  • Metro als Lieferant direkt angebunden
  • DSFinV-K-konform
  • Kostenlose Einstiegstools
  • Warenwirtschaft rudimentaer
  • Primaer Front-of-House-System
  • Abhaengigkeit vom Metro-Oekosystem
  • Keine echte Food-Cost-Kontrolle
Fuer wen: Betriebe, die bei Metro einkaufen und ein einfaches digitales Grundgeruest wollen.

08 / Gewinnblick

Deutschland All-in-One (Newcomer) Preis auf Anfrage

Modernes Interface, Grosshaendler-Schnittstellen ab Werk, flexibles Abo. Noch relativ neu, wenig Referenzen.

  • Modernes Interface
  • Grosshaendler-Schnittstellen (Transgourmet, Metro)
  • Flexibles Abo-Modell
  • Deutsche Loesung, deutschsprachiger Support
  • Noch relativ neu, wenig Referenzen
  • Funktionstiefe Warenwirtschaft unklar
  • Keine transparenten Preise
  • Community und Oekosystem noch klein
Fuer wen: Betriebe, die eine moderne deutsche Loesung suchen und bereit sind, mit einem juengeren Anbieter zu wachsen.

09 / gastromatic

Deutschland Personalplanung + Zeiterfassung ab 91 Euro/Monat

Marktfuehrer bei digitaler Personalplanung in der deutschen Gastronomie. Keine Warenwirtschaft.

  • Marktfuehrer Personalplanung Deutschland
  • Intuitive Schichtplanung (Drag-and-Drop)
  • App fuer Mitarbeiter
  • Lohnschnittstellen
  • Keine Warenwirtschaft, keine Kalkulation
  • Kein Einkauf, kein Lager
  • Zweites System noetig fuer Food-Cost
Fuer wen: Betriebe, die ihr Personalproblem loesen wollen. Nicht fuer Warenwirtschaft.

Die Preistabelle: Was du wirklich zahlst

Anbieter Warenwirtschaft Kasse noetig? Einstiegspreis Zielgruppe
GastronoviJa (stark)Ja, eigeneab 202 Euro/Mo.Mittel bis gross
SIDESJa (Add-on)Ja, eigeneauf AnfrageDelivery, Ghost Kitchen
FoodNotifyJa (Rezeptfokus)Neinauf AnfrageKueche, Hotel, Catering
ApicbaseJa (Enterprise)Neinca. ab 500 Euro/Mo.Ketten, Franchise
MarketManJa (Inventur)Neinca. ab 200 USD/Mo.International
OrderbirdNein--ab 83 Euro/Mo.Cafe, Bar, Foodtruck
DISHRudimentaer--auf AnfrageMetro-Kunden
GewinnblickJa (All-in-One)Ja, eigeneauf AnfrageMittel
gastromaticNein--ab 91 Euro/Mo.Nur Personal

Was alle gemeinsam haben, und was fehlt

Jeder Anbieter auf dieser Liste loest einen Teil des Problems. Gastronovi ist stark in der Warenwirtschaft, aber du musst ihr ganzes Oekosystem kaufen. FoodNotify kennt deine Rezepturen, aber nicht deine Schichtplanung. Apicbase kann alles, aber nur wenn du 20 Standorte hast. MarketMan zaehlt dein Lager, aber spricht kein Deutsch. Orderbird macht die Kasse, aber beim Thema Wareneinsatz hoert es auf.

Das Grundproblem: Keines dieser Systeme schliesst den Kreis.

In einem typischen Gastrobetrieb passiert Folgendes:

  1. Du planst dein Menue
  2. Du kalkulierst die Rezepturen
  3. Du bestellst Ware
  4. Ware kommt, wird eingelagert
  5. Die Kueche produziert
  6. Die Kasse verkauft
  7. Am Monatsende machst du Inventur
  8. Der Steuerberater sagt dir, wie dein Wareneinsatz war

Zwischen Schritt 2 und Schritt 8 liegen 30 Tage Blindflug. Die Software-Landschaft bildet diesen Prozess in Bruchstuecken ab. Kasse hier, Inventur da, Rezepte woanders, Personal in einem vierten Tool. Vier Logins, vier Datensilos, null Echtzeit-Ueberblick.


Der Closed-Loop-Ansatz: Warum wir gastropilot.ai bauen

Genau diesen Bruch wollen wir schliessen.

gastropilot.ai ist ein Closed-Loop Operating System fuer die Gastronomie. Das bedeutet: Jeder Datenpunkt, von der Rezeptkalkulation ueber den Wareneingang, die Produktion, den Verkauf bis zur Nachkalkulation, fliesst in einen geschlossenen Kreislauf. Kein Export, kein Import, kein "Ich schau nachher in dem anderen System nach."

Was das konkret heisst:

Weil ich selbst in Kuechen gestanden habe. In der Systemgastronomie, wo jeder Handgriff durchgetaktet ist. Und in der Individualgastronomie, wo der Kuechenchef morgens um 6 die Bestellung per WhatsApp-Sprachnachricht an den Grosshaendler schickt. Beide Welten haben das gleiche Problem: Der Datenfluss bricht zwischen Kueche, Lager, Kasse und Buero ab.

gastropilot.ai ist bootstrapped, aus Muenchen, und wir bauen fuer Betriebe, die ihre Marge kennen wollen, ohne dafuer BWL studiert zu haben.

Zu den ersten Betrieben gehoeren?

Wir nehmen aktuell Bewerbungen entgegen. Persoenliches Setup, kein Kaltstart.

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FAQ: Haeufig gestellte Fragen zur Warenwirtschaft

Was ist eine Warenwirtschaft in der Gastronomie?
Eine Warenwirtschaft ist ein System zur Erfassung und Steuerung des gesamten Warenverkehrs: vom Einkauf ueber die Lagerung bis zum Verbrauch in der Kueche. Ziel ist es, den Wareneinsatz zu kontrollieren und Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
Was kostet Warenwirtschafts-Software fuer die Gastronomie?
Die Preise variieren stark. Einfache Module starten bei circa 50 Euro pro Monat, umfassende All-in-One-Loesungen wie Gastronovi kosten ab 200 Euro pro Monat. Enterprise-Loesungen wie Apicbase liegen deutlich hoeher. Viele Anbieter nennen keine oeffentlichen Preise.
Wie hoch sollte der Wareneinsatz in der Gastronomie sein?
Laut Richtsatzsammlung des Bundesfinanzministeriums liegt der durchschnittliche Wareneinsatz bei etwa 28 Prozent. Optimal sind Werte unter 30 Prozent. Die Quote variiert je nach Betriebstyp zwischen 20 und 35 Prozent. Speisen und Getraenke sollten getrennt betrachtet werden.
Brauche ich ein Kassensystem fuer die Warenwirtschaft?
Nicht zwingend, aber die Integration mit dem Kassensystem ist entscheidend. Nur wenn Verkaufsdaten automatisch den Lagerbestand reduzieren, entsteht ein Echtzeit-Bild deines Wareneinsatzes. Ohne POS-Anbindung bleibst du beim manuellen Abgleich.
Was aendert sich 2026 bei der Mehrwertsteuer in der Gastronomie?
Seit dem 1. Januar 2026 gilt wieder der ermaessigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf Speisen, waehrend Getraenke weiterhin mit 19 Prozent besteuert werden. Deine Software muss das korrekt abbilden koennen.
Was ist ein Closed-Loop-System in der Gastronomie?
Ein Closed-Loop-System verbindet alle operativen Prozesse in einem geschlossenen Kreislauf: Rezepturkalkulation, Einkauf, Lager, Produktion, Verkauf und Nachkalkulation. Der Vorteil: Echtzeit-Transparenz ueber den gesamten Warenstrom, ohne manuelle Datenuebertragung zwischen verschiedenen Tools.